Hier der Text des ersten Presseartikels über uns.
Erschienen am Freitag 21 August 2009 in der Saarbrücker Zeitung
Junger Chor widerlegt viele Klischees
Acht Männer gehen das gemeinsame Singen mit viel Humor an
Das Repertoire des jungen Dudweiler Männerchores reicht von traditionellem volkstümlichem Liedgut bis hin zu Jazz und Arrangements der „Toten Hosen“. Dabei wird mit viel Gefühl verfremdet und verändert.
Von SZ-Mitarbeiterin
Kerstin Joost-Schäfer
Dudweiler. Als sich vor zwei Jahren der Dudweiler Männergesangsverein „Die Liedertafel“ auflöste, wollten sich zwei Mitglieder damit nicht abfinden: Florian Haupenthal und Uwe Caspari hörten sich im Bekannten- und Freundeskreis um und wurden tatsächlich fündig: Mit acht Mitgliedern erfüllt ihr kleiner Gesangskreis nun die Kriterien eines Chores: Das ist eine „Gemeinschaft von Singenden, in der jede Stimmlage mehrfach besetzt ist“. Bei acht Mitgliedern sind also erster und zweiter Tenor wie auch erster und zweiter Bass mit je zwei Stimmen vertreten.
„Freude, schöner Götterfunken“ schallt aus dem Haus in der Saarbrücker Straße 372 in Dudweiler. Hier befindet sich die Musikschule Bravissimo von Martina und Gerhard Haupenthal.
Die beiden stellen den jungen Sängern jeden Donnerstagabend ihren Proberaum, ausgestattet mit einem Klavier und anderen nützlichen Instrumenten, zur Verfügung. Die erfahrene Chorleiterin Martina Haupenthal berät die sangesfreudigen Männer – wenn die das wünschen. „Wir organisieren uns selbst“, erklärt Uwe Caspari und ergänzt: „Und wir schrecken vor nichts zurück.“ Auf musikalischem Gebiet ist natürlich gemeint.
Das Repertoire des zweifachen Quartetts reicht von traditionellem volkstümlichem Liedgut bis hin zu Jazz und Arrangements der „Toten Hosen“. Dabei zeigen die Jungs erstaunliche Kreativität und drücken den Liedern ihren eigenen Stempel auf, verändern, verfremden und garnieren mit reichlichem Gefühlsausdruck. „Wir wollen uns mit unserer Chorarbeit auch gegen gängige Klischees wehren“, erklärt Alexander. Die da lauten: Die Jugend von heute will nur noch englisch singen – junge Menschen wollen sich nicht einsetzen – Männerchöre haben keinen Nachwuchs. Ein weiteres Klischee besagt, dass junge Männer, die technische Berufe anstreben, mit Musik nichts am Hut haben. Weit gefehlt: Fast alle Sänger studieren Informatik, die Hälfte der Gruppe schwingt in ihrer Freizeit dazu das Tanzbein – zu klassischen Klängen.
Für ihren Chor, der einmal ganz groß sein soll, suchen sie „junge Männer jeden Alters“. Die einzige Bedingung ist die Begeisterung für das Singen, Erfahrungen oder gar eine Ausbildung werden nicht vorausgesetzt. Vielleicht macht dann der eine oder andere Neuling auch beglückende Erfahrungen wie Alexander, der bis vor zwei Jahren meinte, gar nicht singen zu können. „Man hat mich gegen meinen Willen hierher geschleift,“ klagt er mit einem Augenzwinkern. „Er legte dann einen astreinen Tenor hin, und da haben wir ihn nicht wieder gehen lassen,“ ergänzt Florian. Zum Abschied gibt es noch ein Lied von den Toten Hosen, „Schönen Gruß, auf Wiedersehen“, bei dem sich einige das Lachen kaum verkneifen können.